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Von Liebe, Lust und Leidenschaft – Ein rezitativer Rundgang durch Sinn und Unsinn

30. Mai , 19:00 22:00

Einführung – Ein wunderliches Kind

Wer als Vierjähriger seine Lesekarriere mit illustrierten Morgenstern-Gedichten beginnt und mit fünf Jahren daraus „Das ästhetische Wiesel“ als erstes Gedicht auswendig her­sagt, gerät zwangsläufig in die Fänge der Unsinnspoesie und erliegt ihrer Faszination. Ob dem ein Theologie- und Philosophiestudium entgegenwirkt oder ob dieses die Faszination verstärkt, lässt sich vielleicht am Ende des Abends erkennen.

Die Themenstellung – Sinnreich unsinnig

Wo fängt man an, wenn man mit Liebe, Lust und Leidenschaft anfangen will? Wo fängt das Thema überhaupt an? Bei der Liebe, der Lust, der Leidenschaft? Vielleicht fängt man einmal auf der anderen Seite der Dinge an: Da, wo Liebe, Lust und Leidenschaft nicht gleich ganz und gar ernste Dinge werden, nicht gleich als Haupt- und Staatssachen deklariert und in den Rang sittlich-moralischer Überirdischkeiten erhoben werden. Da also, wo man auch diese Gegenstände noch mit einem gewissen Augen-zwinkern betrachten kann, wo sie nicht ganz so bierernst genommen werden, sondern wo sie in der Leichtigkeit des sinnreichen Unsinns aufgehoben sind – dort, wo sich in ihr Erleben ein Schuss von Witz und Aberwitz mischt, wo die andere Seite der Dinge sichtbar und erfahrbar wird, wo der Ernst von Liebe, Lust und Leidenschaft durch ihre ironische Brechung in seinem Eigen-Sinn sichtbar wird. Das alles findet sich in zahlreichen Gedichten aus dem reichen Fundus der Unsinnspoesie, die an diesem Abend rezitierend vorgestellt und zum Leben erweckt werden.

(Kommentar des Redakteurs: Wer hier „Bahnhof“ versteht, ist nicht allein. Dreimal lesen hilft!)

Unsinnspoesie für Erwachsene – Morgenstern ist nur der Anfang

Als da sind: Mozarts verrückte Briefe oder die Sprach-Spiele von Ernst Jandl, die Aben­teuer von „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“ von Lewis Carroll oder die unfreiwillige Komik von Friederike Kempner, die Parodien von Ernst Neumann oder die Welt des Dr. Enzian von Peter Paul Althaus, die skurrilen Phantasien Lichtenbergs in den „Sudelbüchern“ oder die ABC-Merkverse von Jean Paul, die Lautmalereien von Kurt Schwitters, Hans Arp und Hugo Ball oder die Liebesgedichte von Julie Schrader.

Thomé: „In unzähligen Variationen habe ich den Kosmos jener anderen Sicht auf die Welt und die Dinge lieben gelernt, die Morgenstern als Privileg der Galgenbrüder beschreibt. Und seit ich denken kann, fasziniert mich die Vielfalt dessen, was hinter der Oberfläche der Wahrnehmung liegt und darauf wartet, ins Licht der Phantasie gestellt zu werden und so der Wirklichkeit immer wieder neue und ungeahnte Facetten abzugewinnen.“

Referenzen – Kann der das überhaupt?

Martin Thomé ist bei zahlreichen Gelegenheiten und zu vielfältigen Anlässen als Rezitator aufgetreten: In Schulen, bei Kulturinitiativen, bei Hochzeiten und Geburts­tagen, auf Literaturtagungen, im Rahmen von Führungskräfte-Workshops und Philoso­phie-Seminaren. Dabei verfolgt er zwei Ziele: Er will unterhalten und zugleich den jeweiligen Themen eine unerwartete Perspektive geben. Unsinn und Sinn liegen nämlich näher beieinander, als man denkt. Selbst dem tiefsinnigsten Gedanken können durch eine Prise Unsinnspoesie unerwartete neue Einsichten zuwachsen.

Lebenslauf – Klingt gar nicht nach Unsinn

Dr. Martin Thomé, Dipl.theol. MA phil., geb. 1960, Studium der Katholischen Theologie und der Philosophie. Tätigkeiten u. a. bei Thomas-Morus-Akademie, Wissenschafts­ge­mein­schaft G.W. Leibniz, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Präsident der privaten Cusanus-Hochschule Bernkastel-Kues. Seit April 2025 Pensionär.

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